Vor nicht allzu langer Zeit hat der gute Betonflüsterer einen Artikel über das merkwürdige Datingverhalten geschlechtsreifer Großstädter in der Stadt Berlin geschrieben.
Ich bin bei ihm größtenteils stiller Mitleser. Es ist immer unterhaltsam und wie das so ist, stimme ich vielem zu, manchem nicht. Aber das ist ja auch völlig ok.
Irgendwas hat mich an dem Artikel getriggert, dass ich meinen Senf zu ihm abgeben muss.
Einmal dieser Befund:
Streichen Sie doch mal Brüste, Penisse, trainierte Bauchmuskeln und schöne Zähne aus der Gleichung und viele Begegnungen wirken plötzlich erstaunlich leer – bei Frauen wie Männern. Die meisten Menschen sind stinklangweilig bis schmerzhaft oberflächlich und gäbe es ihr körperliches Blendwerk sowie den Sex nicht, würde sich niemand mit ihnen abgeben.
Aber dieser Feststellung will ich gar nicht widersprechen. Denn auch wenn das einen ziemlich brutalen und grausamen Befund darstellt, ist da schon eine Menge Wahres dran.
Ich will auf etwas anderes hinaus, was ich aus meiner Perspektive so nicht bestätigen kann. Vielleicht weil ich andere Erfahrungen gemacht habe, vielleicht, weil die Gegebenheiten in Frankfurt andere sind als in Berlin.
Erstens: dass es Frauen darauf anlegen, sich ein kostenloses Essen zu verschaffen, wenn sie auf ein Date gehen und zweitens die Frage des Bezahlens. Warum wird das noch diskutiert? Das sollte schon längst geklärt sein.
Auch als gebundener Familienvater date ich gelegentlich. Das ist mein geheimer Garten, von dem meine Frau nichts wissen muss.
Es ist jetzt nicht so, dass ich es unbedingt darauf anlege. Ich habe keine Dating-App, weil ich solche Apps aus Prinzip ablehne. Ich finde, man überspringt damit, wesentliche und sehr wichtige Etappen des Kennenlernens. Ich muss mir die Frau erstmal eine Weile live und in Farbe anschauen, bevor ich mich selbst klarmache, ob sie mir gefällt oder nicht und ich sie anspreche. Ich bin aber natürlich auch ein heterosexueller Mann und ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass ich nicht auf Signale achten würde, ob da nicht vielleicht auch noch mehr geht.
Es gibt eben Frauen, die ich interessant oder hübsch finde und die ich gerne näher kennenlernen würde. Das kann die attraktive rothaarige Anwaltskollegin sein, die ich bei Gerichtsterminen gelegentlich treffe oder das sexy MMA-Hottie aus dem Gym.
Ich date sogar – horresco referens! – Frauen ohne Abitur. In eine von ihnen habe ich mich einmal sogar sehr verliebt. Das war S., die Italienerin. Ich denke noch oft an ihre wunderschönen elektrisch-blauen Augen, die so herrlich mit ihrer hellen Haut und ihren schwarzen Haaren kontrastierten.

Ich bin da kein Snob, wie viele meiner Akademikerfreunde. Ganz im Gegenteil. Der Arbeitsmarkt bringt es mit sich, dass solche Frauen viele unterschiedliche Jobs ausüben, und sie haben eine sehr pragmatische, down-to-earth Haltung zum Leben, und es ist oft gar nicht mal so uninteressant, was sie so zu erzählen haben.
Das gute an ihnen ist außerdem, dass es unter ihnen so gut wie keine ekligen Feministinnen gibt. Sie sind mit dem Konzept einfach nicht in Berührung gekommen. Was mich in meiner Überzeugung bestärkt, dass Feminismus eine Beschäftigung für neurotische, gelangweilte Mittelschichtsweiber ist.
Hierzu ein ganz wichtiger Disclaimer: ich bin absolut kein Womanizer und sehe auch nicht aus Brad Pitt oder George Clooney oder wie der aktuell angesagte Hollywood-Schönling jetzt heißt. Andererseits hätte mich Mutter Natur, was das Aussehen betrifft, auch deutlich schlechter behandeln können. Finde ich jedenfalls.
Ich gehe stramm auf die 50 zu, aber ich habe noch (!) Zugang zu Frauen, während viele meiner Altersgenossen sich mit dem Gedanken anfreunden müssen, für den Rest ihres Lebens 5 gegen Willi zu spielen.
Den Befund des Betonflüsterers kann ich da weitgehend bestätigen: es ist ein angenehmes Alterssegment. Man hat schon ein paar Gebrauchsspuren, aber dafür auch Geld und Lebenserfahrung und zwei, drei interessante Dinge zu erzählen. Und ich koste dieses vermutlich nur noch kleine Zeitfenster eine Weile aus, bevor ich in die „Alter-Sack“-Ecke mit Rollator abgeschoben werde. Ich wäre trotzdem gerne wieder 40.
Aber ich will das jetzt auch nicht so auf meine ach so herausragenden Qualitäten schieben. Ich denke es liegt zu einem Gutteil auch daran, dass die jüngeren Männer ab 20 aufwärts sich einfach in verweichlichte, bitchige, kleine Memmen verwandelt haben. Und da denken sich Frauen vielleicht, dass sie ihr Interesse eher auf etwas ältere Männer lenken, obwohl sie lieber einen gleichaltrigen Partner hätten, weil die reifer und emotional stabiler sind als ein Jüngerer, der einem nur Probleme und Kopfschmerzen bereitet.
Der österreichischen Schriftstellerin Elfriede Jelinek wird das folgende Bonmot nachgesagt: „Ich mag die Männer nicht, aber ich bin sexuell auf sie angewiesen.“
Ich finde diesen Satz wirklich gut, weil ich ihn in aus entgegengesetzter Perspektive sehr gut relaten kann. Wobei so krass ist es nicht, ich mag Frauen nämlich gerne. Für mich sind Frauen wunderschöne, faszinierende außerirdische Wesen. Wenn sie nur nicht so oft so nervig und neurotisch (und feministisch) wären.
Ja gut, was soll ich auch machen? Ich bin hetero und Männer sind für mich keine Option.
Dies vorausgeschickt, komme ich zu der ersten Aussage, der ich widersprechen will. Nämlich der, dass Frauen nur daten, um ein kostenloses Essen abzustauben.
Es kann natürlich sein, dass das ein Berliner Spezifikum ist. In der Hänger- und Verpeilerstadt mag das vielleicht verbreitet sein, aber nicht in Frankfurt. Hier hat niemand Zeit für sowas; alle hier haben stressige und fordernde Jobs und wenn sie nicht arbeiten, sind sie im Fitnessstudio. Diese aktuelle Manie der Frauen, sich Schultern wie Jason Statham anzutrainieren finde ich übrigens irgendwie … interessant.
Jedenfalls kann ich das persönlich absolut nicht bestätigen. Ich will nicht ausschließen, dass es vielleicht ein paar 20-jährige Mädels gibt, die sich von einem solventen Galan einladen lassen, an dem sie kein Interesse haben, um mal in einem teuren Restaurant essen zu können, dass sie sich selbst nicht leisten können.
Aber wenn wir mal von der Altersrange ab dreißig aufwärts ausgehen, dann ist das meiner Erfahrung nach völlig abwegig. Bei Frauen über 30 geht es nicht darum, sich ein kostenloses Essen zu schnappen. Es sind vielbeschäftigte Frauen mit gutbezahlten Jobs (auch die ohne Abitur haben meistens Auto und Eigentumswohnung) und können sich ein Mittagessen sehr gut selbst leisten. Hier gibt es keine Sozialfälle. Das Leben in der Drecksstadt Frankfurt ist teuer und man muss es sich leisten können.
Einige haben auch schon ein Kind. Der Punkt ist: sie befinden sich in einer Lebensphase, in der sie nicht eine einzige Minute Lebenszeit verschwenden können. Wenn sie nach einem stressigen Tag nach Hause kommen, dann werden sie sich am ehesten eine Tiefkühlpizza in den Ofen schieben oder eine Ramen-Suppe aufwärmen. Sie haben sich in ihrem Leben eingerichtet, in dem sie sich nur ungern stören lassen, es sei denn, der Aufwand lohnt sich.
Wenn diese Frauen also deine Einladung zum Essen annehmen und sich zwei Stunden Zeit nehmen, dann nur dann, weil sie etwas an dir finden und herausfinden wollen, wer du bist und wie du bist und ob daraus vielleicht auch mehr werden kann. Denn sonst hätten sie dich schon längst diplomatisch oder auch relativ brüsk zurückgewiesen. So zumindest meine Erfahrung.
Und das führt mich zu dem zweiten Punkt.
Diese Frauen haben also stressige Jobs, die in der Regel auch sehr gut bezahlt sind. Sie verdienen gut. Vielleicht sogar mehr als du. Das ist in Frankfurt durchaus nicht unwahrscheinlich.
Und bevor euch gleich der Pimmel vor Unterlegenheitsgefühl einschrumpelt, konzentriert euch mal auf diese Frage: warum solltet ihr die Restaurantrechnung bezahlen, obwohl sich die Frau das Essen sehr gut selbst leisten könnte?
Das ist nämlich eigentlich eine gute und legitime Frage.
Man kann diese Frage aus vielen Perspektiven betrachten. Allein, es bringt nichts über sie zu grübeln. Denn zurzeit ist es nun mal was so wie es ist: Wenn Du ein Mann sein willst, dann musst du dich auch den Gesetzen unterwerfen, die für Männer gelten. (Für Frauen gelten wiederum andere Gesetze, aber das ist hier nicht das Thema).
Und das Gesetz besagt, wenn ein Mann eine Frau zum Essen einlädt, dann übernimmt der Mann die Rechnung.
Wenn du das nicht tust, dann schießt du dich sofort raus, und zwar zu Recht. Und das bekommst du auch nicht mehr eingefangen. Weil du nämlich eine Lusche bist.
Es entwertet dich auch als Mann.
Ich kann natürlich zu einem gewissen Grad nachvollziehen, dass es Männer gibt, die sich – wie manche Frauen – von Gender- oder Geschlechterstereotypen lösen wollen.
Der Punkt ist aber: es wird zu nichts führen. Denn auch feministische Frauen erwarten, dass der Mann beim ersten Date die Rechnung übernimmt.
Kein normaler Mann will eine feministische Nervensäge und keine normale Frau will einen kindischen Flegel, der die Regeln nicht kennt. Punkt Ende.
Ich verstehe es auch einfach nicht. Was glaubt ihr Incels, wie das rüberkommt? Willst du dich bei deinem ersten Daten denn nicht in deinem besten Licht präsentieren? Als freundlichen, angenehmen und großzügigen Gentleman? Oder willst du gleich am Anfang den pedantischen, kleinlichen Korinthenkacker herauskehren?
Die Schriftstellerin Norah Vincent hat unter anderem diese Frage mit einem interessanten Experiment ausgeleuchtet. Sie war eine sehr interessante Persönlichkeit: als lesbische Frau hat sie sich als Mann kostümiert und dabei ein so täuschendes „Passing“ erlangt, dass sie sich Zugang zu Männergruppen verschafft hat, um ihr Verhalten zu studieren und zu verstehen. Später hat sie dann auch, nicht als Lesbe, sondern als „Mann“ Frauen gedatet. Ihre Erkenntnis: Frauen wollen nicht den dekonstruierten Mann, der pausenlos über seine Gefühle plappert. Sie wollen den selbstsicheren Mann, der den ersten Schritt macht und ihnen das Gefühl gibt, alles unter Kontrolle zu haben.
Ich werde hierüber noch einen Artikel schreiben, aber ich bin mit der Recherche noch nicht ganz fertig. Bleibt gespannt!
Und jetzt mal unter uns Betschwestern: Wenn sich eine Frau, die du begehrst oder die du interessant findest, sich Zeit für dich genommen, sich für dich schön gemacht, sich geschminkt, die Fingernägel lackiert, ein schönes Kleid angezogen und ein teures Parfum aufgelegt hat, dann finde ich es jetzt auch nicht vollkommen verrückt, das als Mann zu honorieren, indem man die Rechnung übernimmt.
Bonus: man bekommt als Mann Achtung und Respekt auch aus ihrem Umfeld und Freundeskreis; und auch die Frau steigt in der Achtung, die so einen Mann hat, was sie dich wiederum positiv spüren lassen wird.
Denn eins ist auch klar: der Pool an Männern, die auf elegante Weise eine Einladung aussprechen (ja, auch das ist eine Kunst), gute Manieren haben, eine interessante Konversation führen können und dann auch noch die Rechnung übernehmen, ist dann doch nicht ganz so groß, möchte ich mal behaupten.
Bei mir gibt es aber auch noch ganz persönliche Gründe. Mir wäre es lieber, sie sagte hinterher, ich sei ein Idiot als ein Geizkragen. Das ist mir persönlich sehr wichtig. Kann man natürlich anders sehen, aber mir ist das wichtig.
Die jüngeren Männer, die sehr viel Tindern, haben natürlich einen Punkt, den ich nicht einfach so abtun will: wenn man in der Woche drei Tinder-Dates hat, kann das natürlich teuer werden und nicht jede der Frauen findet man(n) sympathisch. Da das bei mir etwas anders abläuft, kann ich da keinen wirklich klaren Ratschlag geben.
Ich glaube als fairen Kompromiss kann man sich auf folgende Regel einigen: wer die Einladung ausspricht, übernimmt auch die Rechnung.
If you go home with somebody and they don’t have books, don’t fuck ‘em! – John Waters
Die zwischenmenschlichen Beziehungen zwischen Männern und Frauen waren noch nie einfach gewesen. Es war immer ein Spiel der Verführung und das mehr oder weniger schwierige Lesen und Deuten von Signalen. Es scheint mir, als ob das in den vergangenen Jahren immer unklarer und komplexer geworden ist und das liegt weiß Gott nicht nur an den Frauen oder an MeToo, sondern teilweise auch an Idioten und unmännliche Luschen.
Man muss sich bewusst machen, dass es sehr viele Missverständnisse in der Kommunikation zwischen Männern und Frauen gibt. Während ein Mann instinktiv weiß, worauf ein Mann hinauswill oder welche Absichten er hat, und eine Frau das auch bei einer Frau weiß, ist das zwischen Männern und Frauen sehr oft überhaupt nicht klar. Es ist kompliziert, macht aber natürlich auch den Reiz und die Anziehungskraft aus.
Aber meiner Meinung nach haben Männer und Frauen es verlernt, miteinander zu interagieren. Sie haben sich voneinander „entwöhnt“ und so kommt es zu gegenseitigem Miss- und Unverständnis.
Auch ich bin selbst manchmal verwundert über manche Reaktionen, die mich ratlos zurücklassen, weil ich sie nicht verstehe.
Leider lassen sich vor allem jüngere Männer von Idioten wie Andrew Tate beeinflussen. Lasst euch gesagt sein: nur Schwächlinge können so ein Arschloch gut finden. Denn er sorgt dafür, dass Frauen anderen Männern, und zwar auch solchen mit guten Absichten, mit Ablehnung und Misstrauen begegnen. Solche Arschlöcher verkacken es für alle anderen Männer. Aus eigenem Interesse sollten Männer ihn meiden.
Schaut euch keine dummen Videos von Andrew Tate an. Lest lieber Marc Aurel. Das ist sehr viel sinnvoller.
Aus gegebenem Anlass daher hier ein paar Dating-Tips von Dr. Tommie an die jüngere Männergeneration, aus meiner nicht überwältigend großen, aber doch mit etwas Lebenserfahrung angereicherten Weisheiten.
Du hast also ein Date mit einer Frau „klargemacht“. Herzlichen Glückwunsch! Du hast damit schon mal etwas erreicht, woran vor dir hunderte und tausende gescheitert sind. Denn das erfordert ein Repertoire an sehr subtilen Fähigkeiten, die aufeinander austariert sein müssen. Schon die Telefonnummer einer Frau zu bekommen, um mit ihr zu kommunizieren, ist kein banaler Akt. Es erfordert eine spezielle Form der adaptiven Intelligenz, die nicht jeder aufbringen kann.
Um es plastisch zu machen, stelle ich mir das Erwerben des Vertrauens einer Frau wie das Anstehen vor einem Club vor. Stell dir vor, dass dort zwei Türsteher die Tür bewachen.
Der erste Türsteher ist breit und ungeschlacht, er trägt Vokuhila und eine Bomberjacke. Er checkt allerdings nur oberflächlich die folgenden Eigenschaften ab: nämlich ob du ein gewaltbereiter Irrer bist.
Frauen haben ein sehr feines Sensorium dafür, ob ihnen von dir Gefahr droht.
Die Frau weiß zu Beginn nicht, mit wem sie es zu tun hat. Natürlich kann es sein, dass sie an dir kein Interesse hat. Sie muss prognostizieren, ob du ein Ausraster bist, der nach einer Zurückweisung oder Trennung durchdreht, unangenehm wird oder sie stalkt. Möglicherweise auch gewalttätig wird. Oder ob du jemand bist, der mit einer Zurückweisung „professionell“ umgehen kann.
An diesem Türsteher kommst du in der Regel sehr einfach vorbei, wenn Du kein kompletter Psychopath bist. Die meisten Männer sind reif oder erwachsen oder zivilisiert genug (nenn es wie du willst) nicht auszurasten und sind keine Psychopathen.
Aber der Türsteher ist halt da und das aus gutem Grund. Es gibt nämlich tatsächlich Männer, die ausrasten, wenn sie zurückgewiesen werden. Es ist eine Minderheit aber eine sehr reale. Man muss nur jeden Tag in die Zeitung schauen, um sich davon überzeugen zu können.
Du kommst also an diesem Türsteher vorbei (zumindest gehe ich davon aus, dass du als Leser meines Blogs an ihm vorbeikommen wirst).
Jetzt kommt der zweite Türsteher. Er ist nicht breit und brutal, sondern feingliedrig und trägt einen Smoking. Er nimmt dich etwas genauer unter die Lupe.
Er checkt dich auf diese Dinge ab: wie du redest, wie du dich ausdrückst, wie du dich kleidest. Ob du vulgär oder höflich bist. Bist du ruhig und gelassen? Redest du schlecht über andere Menschen (merke: wer über andere Menschen schlecht redet, wird unter Garantie auch schlecht über dich reden). Bist du respektvoll zu ihr und anderen? Hast du gute Manieren? Kannst du zivilisiert mit Messer und Gabel essen oder benimmst du dich so, als wärst du gerade vom Baum geklettert?
(Make no mistake: das Essen dient selbstverständlich auch dem Mann dazu, bei der Frau ein identisches Assessment anzustellen.)
Wenn du sozial kompetent bist und nicht aussiehst, als wäre dir ein LKW über die Fresse gefahren und wenn es dir gelingt, ihr zu vermitteln, dass es keine unangenehmen Reaktionen wie Zorn, Stalken, Klammern gibt, dann wird sie sich entspannen.
Wenn du also die Musterung des zweiten Türstehers bestanden hast, dann darfst du in den Club.
Das bedeutet viel und gleichzeitig wenig, denn jetzt fängt es erst an. Viel, weil an den beiden Türstehern schon 80 % der Männer scheitern, weil sie sich komisch verhalten, dumme Scheiße gelabert oder sich wie Arschlöcher benommen haben. Wenig, weil das noch lange nicht bedeutet, dass du mit ihr zusammen bist.
Es bedeutet nur, dass Du jetzt in ihre Nähe und mit ihr interagieren darfst und es kommt dann auf dein Geschick an, ob eventuell noch mehr daraus wird.
Ich nehme schon das Gejammer vorweg, dass das alles total ungerecht ist, und die Männer der Willkür der Frauen und ihren hohen Ansprüchen ausgeliefert sind. Vorsicht. Nicht so schnell. Die Machtverhältnisse sind doch recht ausgeglichen, wenn man genau hinsieht.
Die Verhältnisse zwischen den Geschlechtern sind nämlich so beschaffen, dass Frauen den Zugang zu Sex und Intimität gewähren, Männer hingegen den Zugang zu einer Beziehung. Es ist komplementär.
Männer haben die Macht darüber, ob sie mit der Frau eine dauerhafte Beziehung eingehen. Und das ist eine sehr große Macht. Wenn man die Ohren aufsperrt, sind das ja die Klagen die geführt werden: von den Männern, dass sie keinen Sex bekommen und von den Frauen, dass Männer sich nicht binden wollen.
Da wir Männer weder Pfauenfedern noch rote Kehlsäcke oder sonstige Attribute haben, um Frauen zu beeindrucken, müssen wir auf andere Dinge ausweichen. Und da gibt es ein paar Pluspunkte. Manche kann man beeinflussen, manche nicht. Als da wären: Haare auf dem Kopf (jenseits der 40 ein Luxus), eine gewisse Größe, gerade, gepflegte Zähne, breite Schultern, Bildung (tatsächlich!), Charme, Witz, Intelligenz, Geld (es wäre naiv, töricht und verlogen, das als unwesentlich abzutun.).
Ein kleiner Bauchansatz kann mit muskulösen Schultern und einem breiten Rücken kompensiert werden. Ich habe auch mal gehört, dass diese Kombo Frauen sogar besser gefällt als ein Waschbrettbauch.
Wenn du dabei auch noch aussiehst wie Brad Pitt oder Tom Hardy schadet das natürlich auch nicht.
Es gibt allerdings so gut wie keinen Mann, der alle Kriterien erfüllt (es gibt ganz wenige), aber die daten nicht, weil sie das nicht nötig haben, Sie haben an jeder Hand 10 Weiber, die nichts anders wollen, als mit ihnen zu bumsen. Ich kannte mal so ein Exemplar. 1,90 groß, blaue Augen, blonde Surferfrisur, vom Gesicht her erinnerte er mich entfernt an den Sänger Alexander Marcus (vor seinem Lifting), schlank und doch sehr muskulös, einnehmendes Wesen, schon im Studium einen BMW.
Es ist schon sehr frustrierend mit so jemandem abends unterwegs zu sein. Anderseits konnte man auch miterleben wie Frauen in seiner Gegenwart jede Würde und alle feministischen Prinzipien über Bord warfen und in full Unterwürfigkeits-mode gingen. Das war schon interessant, das mitanzusehen.
Aber bei den Normalsterblichen ist es so, dass der eine Geld hat aber klein ist und eine Glatze hat, dafür aber witzig und schlagfertig ist. Der andere ist groß und gutaussehend, aber schüchtern und hat kein Geld. Das ist alles kein K.O.-Kriterium. Es kommt auf das Gesamtpaket und deine Persönlichkeit an. Dann brauchst du einfach das gewisse etwas, damit sie sich von dir angezogen fühlt.
Was ich übrigens wirklich witzig finde, ist die Klage der Frauen, dass sie keine ausreichend gebildeten Männer finden. Hallo? Jetzt mal im Ernst, was soll ich denn da sagen? Aus meiner Perspektive sind so gut wie alle Frauen (und auch Männer) komplett ungebildet.
Wenn ich nur Frauen daten würde, die mein Bildungsniveau haben, dann könnte ich es auch gleich bleiben lassen.
Niemand liest mehr, kaum jemand hat eine halbwegs gute Film- oder Musikkultur.
Selbst bei meinen Juristenfreunden habe ich große Zweifel, ob sie mir den Unterschied zwischen Bundeskanzler und Bundespräsident erklären oder mir mit einfachen Worten das Gesetzgebungsverfahren erläutern könnten.
Männer werden gerne als so eine Art primitiver Höhlenmenschen dargestellt, die gerade die Evolutionsstufe erreicht haben, in der man sich nicht mehr mit Grunzlauten verständigt. Aber fragen Sie mal eine dieser schlauen, erfolgreichen, unabhängigen Frauen, was genau eigentlich eine Aktie ist. Oder wie die Börse funktioniert. Oder auch, was vor dem Deutschen Reich kam.
Adolfo ist wohl jedem noch halbwegs ein Begriff, aber was war eigentlich vor dem Deutschen Reich? Preußen? Der Deutsche Bund? 1848? Anyone? Hambacher Fest? Und was kam eigentlich davor? Oh oh! Und da sind wir noch nicht mal bei den geschichtlichen Kenntnissen über andere Länder.
Es wird ein katastrophales Trauerspiel werden.
Ich bin natürlich klarsichtig genug, um zu begreifen, dass ich keinen Euro mehr verdiene, wenn ich weiß, was das Hambacher Fest ist, und nicht gerade Lehrer oder Universitätsprofessor bin. Es wird außerdem auch nicht meine Attraktivität bei meinem Date erhöhen, wenn mein Date nicht gerade Geschichtsfetischistin ist. Also. Case closed.
Dennoch finde ich, dass ich als weißer, heterosexueller Mann auch mal eine Stufe auf die Opferpyramide klettern darf: ich meine, ich muss mir jeden Tag – und bei Dates erst recht – Gewalt antun und mich auf das niedrigste Gesprächsniveau begeben, damit eine halbwegs flüssige Konversation zustande kommt. Ich fühle mich verletzt, gedemütigt und diskriminiert. Gibt es für solche Fälle eine Abteilung bei der Amadeu-Antonio-Stiftung? Und gibt es eine NGO, bei der ich deswegen Geld abgriften kann? Ja? PM an mich.
Auch sehr wichtig zu wissen: Frauen werden auf jeden Fall über das Date mit ihren Freundinnen tratschen. Es ist sinnlos, das zu leugnen oder verhindern zu wollen. Es ist, wie es ist, und damit muss ein Mann umgehen. D.h. man sollte – zumindest am Anfang – aufpassen, was man sagt und vor allem auch schreibt, denn ich bin todsicher, dass Frauen auch Screenshots von den WhatsApp-Chats machen und sich zusenden, um zu besprechen, wie dieses oder jenes gemeint sein könnte. Und da gibt es dann auch nichts zu leugnen oder zurückzunehmen.
Umgekehrt glaube ich, dass es Frauen männlich finden und auch schätzen, wenn Männer schweigen, d.h. sie sich darauf verlassen können, dass der Mann die Dinge für sich behält, die die Frau ihm anvertraut hat.
So, nun triffst du dich also regelmäßig mit der Frau und irgendwann stellt sich die Frage, was für eine Art Beziehung ihr jetzt gerade habt.
Wenn die Frau kein Interesse hat, wird sie dich in der Regel relativ schnell abblocken, entweder deutlich und radikal oder etwas subtiler, indem sie nur sehr spät und lakonisch auf deine Nachrichten reagiert und es dir überlässt, ob du diesen Wink verstehst oder dich einfach gleich ghosten.
Wenn sie auf deine Nachrichten reagiert und mit dir etwas unternimmt, dann bedeutet es schon viel, nämlich dass sie ein gewisses Interesse an dir hat, aber vielleicht noch nicht so genau weiß, was aus euch werden soll.
Du bist dann in so einer Art Limbus. Es ist keine Nicht-Beziehung mehr aber auch noch keine richtige Beziehung.
Es kann allerdings auch für den Mann angenehm sein, erstmal in diesem Limbus zu verweilen und abzuwarten. Man muss die Dinge ja nicht gleich überstürzen, sondern kann erst mal sehen, wie sich die Dinge entwickeln.
In „Breaking Bad“ gibt es eine sehr schöne Szene.
Wir erinnern uns: ein kleiner Chemielehrer fängt an Meth zu kochen, um die Kosten für seine Krebsbehandlung zu verdienen und steigt dann zu größten Drogenproduzenten des amerikanischen Südwestens auf. Sein Schwager ist ausgerechnet Drogenfahnder und beißt sich die Zähne an dem Phantom namens „Heisenberg“ aus. Nachdem er den Drogendealer Tuco zur Strecke gebracht hat, bekommt er eine Beförderung und soll nach El Paso zur Bekämpfung der mexikanischen Kartelle eingesetzt werden.
Sein Vorgesetzter fragt ihn in dem Gespräch: „Hank, wissen Sie warum der Weiße Hai am Ende der Nahrungskette steht? Manche dieser Bastarde schwimmen tausende von Meilen, um ihre Beute zur Strecke zu bringen. Und Sie sind ein großer weißer Hai“.
Das gilt beim Daten wie in vielen anderen Bereichen auch. Wenn man etwas wirklich will: beharrlich und geduldig bleiben, sich Zeit lassen, nicht drängen.
Aber es kann sich, je nach Geschmack, auch für einen Mann empfehlen, irgendwann auf Distanz zu gehen, wenn man das Gefühl hat, zu lange hingehalten und „gefriendzoned“ worden zu sein.
Hier gibt es keine allgemeingültige Empfehlung. Das muss man aus der Situation und der Beziehung heraus sehen. Ich empfehle dabei, zumindest die offensichtlichen Signale nicht zu ignorieren: das Reagieren oder eben Nicht-Reagieren auf Nachrichten, ist das Interesse reziprok, gibt es auch von ihr Initiative oder nicht.
Die Wahrheit ist, dass die Wahrscheinlichkeit, dass nichts draus wird und eine Zurückweisung kommt, nicht unerheblich ist. Am Anfang wissen ja beide auch nicht so recht, ob es zwischen beiden wirklich passt und worauf die Sache hinausläuft.
Auch wenn du wie Brad Pitt aussiehst, gebildet und intelligent bist und Geld hast, kann es sein, dass sie sich aus Gott weiß welchen Gründen, die sie sich wahrscheinlich selbst nicht erklären kann, nicht von dir angezogen fühlt.
Es bringt nichts, darüber nachzugrübeln, warum das so gekommen ist.
Dann kein Drama machen, immer höflich und respektvoll bleiben und Adios sagen.
Es geht darum, damit männlich und stoisch umzugehen.
Denn was ist die Alternative? Sich zu Hause einzubunkern, Pornos zu glotzen und die Welt zu hassen? Das ist nicht der Sinn des Lebens.
Es ist kein Weltuntergang. Es gibt so viel Schlimmeres.
Viel Glück!
Zwei Anmerkungen: Wer ohne gefragt zu werden, erklärt, er wäre kein Snob, der ist garantiert einer – belegt durch das zweimalige Erwähnen, man würde auch Frauen ohne Abitur „daten“ und die wären total o.k., sogar lustiger, lebendiger, netter, kurz: aufregender. Da kann man genauso gut Marcel Proust lesen, der in allen 6 Dünndruckbänden nicht ein einziges Mal Sex mit einer geringeren Gesellschaftsschicht schildert, der zu mehr als Sex geführt hätte. Der ganze andere Rest ihrer Antwort auf den Maschinisten ist – und da spielt die Bildung nullkommagarkeine Rolle – das Dilemma des verheirateten Mannes, der absolute und totale Schreck, fast wie Heiratsbetrüger („der ist sicher verheiratet! Gebildet, hat Geld, lädt zum Essen ein, sieht gut aus, ist gepflegt, lebt in der teuren Stadt Frankfurt“ – O-Ton alle Freundinnen): und hat Kinder? Schade, so ein schöner Blog! Und nein, das zweite Staatsexamen ist keine Bildung, es ist ein Beweis für schmerzfreies Sichquälenlassens mit von Maschinen nun viel besser zu erledigendem Auswendiglernen: anderes Thema. Trotzdem herzliche Grüsse, Josi
Gerne. Schönen Tag noch.
Ich date nur mehr Lateinamerikanerinnen.
Wenn es langweilig wird, habe ich wenigstens ein paar Stunden Spanisch geübt.
Das ist schlau.
Ich selbst komme nur mit Südländerinnen klar. Die sind mir mental und kulturell am nächsten. Mit deutschen Frauen habe ich leider nie gute Erfahrungen gemacht.
Die Südländerinnen wissen vielleicht mehr über Garibaldi als über das Hambacher Fest. 😛
Die auf deinem Interessengebiet gebildeten Frauen findest du im Geschichtsstudium an der Fernuniversität. 🤓
Es kommt mir noch nicht mal auf historische Kenntnisse an. Das war gewissermaßen nur eine Metapher. Ich habe das Gefühl, dass sich die meisten Menschen für nichts mehr interessieren, was über ihren Beruf hinausgeht.
Wie lernt man eigentlich Frauen bei einem Fernstudium kennen??
Über Zoom. 😉
Nein, da gibt es auch Präsenzseminare und Exkursionen. Und wenn man dann eine Woche zusammen in einer Jugendherberge in einem Wald außerhalb von Krakau oder in einer verregneten belgischen Kleinstadt verbringt, dann lernt man sich schon gut kennen.
Als Anhänger des Bargeldes finde ich bei der Frage nach dem Bezahlen am besten, wenn beide ihre Börse öffnen und dann zusammen irgendwie und gerade noch die richtige Kombination aus Scheinen finden.
Oder ich zahle erst die Pizza, aber wenn wir dann am Abend noch am Fluss sitzen, zahlt die Frau die Biere, die sie aus dem Späti holt. (Aber nachdem du Frankfurt wie New York präsentiert hast, nehme ich an, dass man dort nicht einfach auf ein paar Steinen an der Spree oder an der Donau sitzt.)
Ich bin mir gar nicht sicher, ob Geld wirklich so wichtig ist.
Ich hatte die allermeisten Dates in der Zeit, als ich relativ mittel- und planlos um die Welt gezogen bin. Mein Eindruck war, dass für mich gerade sprach, dass ich anders als die Arbeit-Haus-Auto-Männer war. Endlich mal einer, der anders ist, den man nicht sofort einschätzen kann, jedenfalls jemand, der neugierig macht (und viel zu erzählen hat).