Unter den Straßen von Paris

Besucher der Stadt Paris, die alle bekannten Sehenswürdigkeiten abgehakt haben, kenne vielleicht die Katakomben im 14. Arrondissement.

Man kann dort einen kleinen Teil eines hunderte Kilometer langen Stollennetzes besichtigten. Es handelt sich um die ehemaligen Steinbrüche der Stadt, aus denen das Material für charakteristischen Pariser Häuser gewonnen wurde.

Aufgrund von Einsturzgefahr und Bodenabsenkungen wurden die Steinbrüche im 17. Jahrhundert aufgegeben und später mit den Gebeinen der Verstorbenen aus dem Cimetière des Innocents und weiterer Friedhöfe aufgefüllt, um Platz für Bebauung und vor allem für die in den 1960er Jahren abgerissenen gigantischen Markthallen zu schaffen.

Die Arbeiter haben die Oberschenkelknochen und Schädel teilweise zu interessanten Mustern angeordnet.

Ab den 1970er/1980er Jahren wurde die Katakomben zum Terrain für Künstler, Punks und Partypeople, die dort Happenings, Konzerte und Dinner veranstalteten mit dem zusätzlichen Nervenkitzel von der Polizei aufgescheucht und nach draußen (oben) komplimentiert zu werden. Die Fans der unterirdischen Welt nennen sich selbst „Cataphiles“, sie haben ihre eigenen Codes und Gebräuche. Es ist üblich, nicht seine Identität zu nennen, sondern sich einen Spitznamen zu geben, der idealerweise einen Bezug zu den Katakomben hat.

Aber mittlerweile haben auch Travel- und Lost-Places-Vlogger den Ort für sich entdeckt.

Es gibt mittlerweile auch dort unten Sehenswürdigkeiten, wie die Höhle mit der Hokudai-Welle.

Ich habe mehrere dieser Insider angeschrieben und gefragt, ob sie mich mit nach unten nehmen, aber die verschworene Gemeinschaft nimmt keine Außenstehenden mit, für die nicht durch einen Eingeweihten gebürgt wird.

Irgendwann werde ich es schaffen. In der Zwischenzeit ein paar interessante Videos:

Hier bei Youtube neu hinzugekommen. Ab Minute 10:37 ein überraschender Wiedergänger aus fernen Zeiten: der Anführer der Pariser Skinheads Serge Ayoub.

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