Wettlauf gegen die Zeit

Die Zeit ist schon fast abgelaufen. In etwas mehr als drei Monaten werden die Ermittlungen von Rechts wegen beendet werden müssen. Die Verbrechen der in Belgien präzedenzlosen Mordserie werden für immer ungesühnt bleiben.

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Während die Verjährung bereits ihre Schatten vorauswirft, befinden sich die Ermittlungen gegen die Mörder mit den Masken im Stadium des klinischen Todes. Doch bevor die lebenserhaltenden Maßnahmen am 9. November 2015 abgestellt werden, verfällt die Untersuchungsrichterin Martine Michel in Aktionismus. Anscheinend wollen sich die Verantwortlichen kurz vor dem unausweichlichen Scheitern der Aufklärung der außergewöhnlichen Mordserie nicht dem Vorwurf aussetzen nicht noch einmal alle Ermittlungsansätze überprüft zu haben.

Westland New Post

Zuletzt wurde ein Aktivist aus dem rechtsextremen Milieu verhaftet und zum Verhör nach Brüssel gebracht. Es handelt sich hierbei um Michel Libert, der ehemaligen Nummer 2 der neonazistischen Geheimorganisation „Westland New Post“ (WNP), von der nicht wenige überzeugt sind, dass sie ein Kettenglied des NATO-Geheimnetzwerks Gladio gewesen sei.

Der WNP, der sich aus Neonazis, rechtsextremen Militärs und Gendarmen zusammensetzte, hatte sich die Aufgabe gesetzt, Parteien und Verbände zu infiltrieren, um seinerseits eine angenommene kommunistische Unterwanderung der belgischen Politik zu vereiteln und Politiker und Funktionsträger zu beeinflussen.

Mit dem Verhör bezweckte die Untersuchungsrichterin, frühere Aussagen Liberts mit aktuellen Erkenntnissen abzugleichen. Diese betrafen angebliche Anweisungen Liberts, Supermärkte zu observieren und auszukundschaften. Supermärkte waren die bevorzugten Ziele der Raubüberfälle der Mörder von Brabant.

Interessante Erkenntnisse hat die Befragung nicht erbracht, so dass Libert wieder auf freien Fuß gesetzt wurde. Die verfolgte Spur ist dennoch symptomatisch für das jahrzehntelange plan- und ergebnislose Stochern im Nebel. Je länger sich die Ermittlungen hinzogen und je mehr sich unfassbare Pannen häuften, desto mehr wucherten die abenteuerlichsten und absonderlichere Theorien über die Täter und ihre Motive. Große Kriminalfälle, ungreifbare Täter, Ermittlungspannen sind das perfekte Biotop auf dem Verschwörungstheorien blühen, deren Verbreiter von der Implikation staatlicher Stellen, ausländischen Geheimdiensten und Vertuschungen von „ganz oben“ raunen.

Bis heute hält sich beispielsweise der Verdacht, die Morde seien in Wirklichkeit ein Putschversuch durch rechtsextreme Teile des Sicherheitsapparats gewesen, die durch Morde und Anschläge eine Verstärkung der inneren Sicherheit erzwingen und somit mehr Befugnisse, mehr Einfluss und mehr Macht für ihre Organe herbeiführen wollten.

Unseriöse „Wissenschaftler“ und sensationsgierige Journalisten haben ihren eigenen Anteil daran, dass Verschwörungstheorien in den Rang der Wahrheit erhoben werden. Daniele Ganser, seines Zeichens Historiker und selbst ernannter Experte auf dem Gebiet von Gladio ist überzeugt, dass die Mordserie in Wirklichkeit fingierte Anschläge im Zuge der Strategie der Spannung waren. Allerdings präsentiert er seine Theorie ohne nachprüfbare Belege, seine „Nachweise“ sind im Ergebnis nur äußerst schlampig begründete Zirkelschlüsse.

Alle Theorien lassen sich zwar hören und einzelne Indizien können tatsächlich in die Richtung der einen oder anderen Hypothese deuten. Das große Manko ist jedoch: es wurden keinerlei objektive Nachweise gefunden, mit denen diese Theorien bewiesen werden konnten.

Es scheint fast so, dass die Realität, wie so oft, viel profaner ist.

Raubtiere

„Ce sont des prédateurs“, hämmerte der Staatsanwalt seinen Gesprächspartnern bei jeder sich bietenden Gelegenheit ein. Er meinte damit, dass die Täter keine Terroristen, keine Monster und keine Geheimdienstkiller waren, die mit Terroranschlägen den belgischen Staat aus den Angeln heben wollten, sondern nichts weiter als dreckige, kleine Kriminelle mit niedrigen, dreckigen Motiven. Räuber, denen es nur um die Beute ging, egal wie gering sie auch sein mochte.

Damals wollte niemand auf den umstrittenen und autoritären Ankläger Jean Deprêtre hören. Man hielt ihn für einen starrsinnigen Staatsanwalt, der auf dem einfachsten Weg und ohne Vorstellungskraft für andere Motive oder Tätergruppierungen seine Anklage durchboxen wollte. Zu banal und zu wenig „sexy“ war seine Sichtweise auf die Affäre. Manche warfen ihm auch vor, die Ermittlungen in eine bestimmte Richtung zu lenken, um die wahren Täter zu schützen. Im Nachhinein könnte er Recht behalten haben.

Profiling

Führt das „Profiling“ auf die Spur der Täter? Eine Neubeurteilung der Fakten und Tatsachen erfolgte durch das Gutachten einer Fallanalytikerin, die vom Gericht mit der operativen Fallanalyse der Taten beauftragt worden war. Mehr als zwei Jahre hat sich Danièle Zucker in die mehrere zehntausend Seiten umfassende Akte vertieft,

Ohne sich von Theorien und Motiven ablenken zu lassen, hat sie eine verhaltenspsychologische Methode mit der geografischen Fallanalyse der Tatorte verbunden, um den Tätern auf die Spur zu kommen. Auf diese Weise ist es ihr gelungen, neue Verbindungen zwischen Personen und Orten herzustellen, die zuvor übersehen oder vernachlässigt worden waren. Mehr noch: sie konnte Verdächtige, die vorher gar nicht im Fokus der Ermittlungen standen, eindeutig benennen und dadurch neue konkrete Ermittlungsansätze vorschlagen.

Zunächst identifizierte sie die Komfortzone der Täter, ausgehend von den mehrfach genutzten Örtlichkeiten, an denen die Mörder die Gewohnheit hatten, Fluchtfahrzeuge zu verbrennen oder Waffen zurückzulassen. Diese Orte scheinen für die Täter Orientierungspunkte zu sein, die sie sehr gut kannten, so dass man mit einiger Sicherheit davon ausgehen kann, dass sie in einem bestimmten Radius um diese Orte aufgewachsen sind oder leben.

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Nach Abschluss ihrer Expertise, die sich allerdings nur auf die erste Welle der Angriffe 1982 – 1983 beschränkt, zeichnet sie ein Bild der Bande, das deutlich von dem zuvor vorherrschenden Bild politischer Terroristen abweicht.

Es handelt sich danach um eine Gruppierung psychopathischer Täter, mit einer Tendenz zum Drogengebrauch. Die Bande selbst besteht aus ungefähr 5 bis 6 Mitgliedern, die zum Tatzeitpunkt zwischen 18 und 45 Jahre alt waren und von verschiedener ethnischer Herkunft. Sie haben, bis auf den engsten Kern, keine sehr feste Bindung zueinander, sondern sind eher eine Zufallsgemeinschaft. Die Täter werden von keiner Ideologie angetrieben. Ihre Taten haben keinen politischen Charakter. Ihre Beweggründe liegen im alleinigen Bereicherungs- und Gewinnstreben.

Die meisten Bandenmitglieder haben mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit einen kriminellen Hintergrund. Teils kann es sich um Vorstrafen ohne Gewaltdelikte handeln, beispielsweise Autodiebstähle oder Einbrüche. Andere haben sehr wahrscheinlich Gewaltvorstrafen (Körperverletzung, Raub, Mord).

Bei den verschiedenen Taten setzen sich die unterschiedlichen Mitglieder je nach ihrem kriminellen Know-how zusammen. Nach Beendigung des Delikts kehren sie jeweils zu ihren (teilweise) legalen Aktivitäten zurück.

Nach Auffassung der Profilerin üben die Täter vermutlich folgende Berufe aus: Mechaniker, Schweißer, Schrotthändler, Koch. Allgemeiner gesprochen muss man die Täter in den Reihen von Werkstattpersonal, Lagerarbeitern, Autohauspersonal, Restaurantpersonal suchen. In der Quintessenz der Täterprofile sieht sie eine schnell mobilisierbare und zu allem bereite Gruppierung.

Bei ihren Taten sind die Killer nur am Unmittelbaren interessiert. Das Geld wird in keiner Form „kapitalisiert“, also gespart, sondern es wird sofort ausgegeben, ohne es zu zählen. Die Täter holen das Geld dort, wo es zu finden ist; dasselbe gilt für Waren und Gebrauchsgegenstände, die sie an Ort und Stelle mitnehmen.

Entgegen früher vertretener Thesen gibt es bei den Taten keine ausgefeilte Planung der Operationen und der Fluchtwege. Der einzige Plan besteht darin, im Fall von Widerstand, sich den Weg freizuschießen.

Aus der Gruppe stechen drei Individuen heraus, die den engsten Kern der Bande bilden. Es handelt sich dabei um ein Zweierteam, das mit den blutigsten Attentaten der ersten Welle in Verbindung steht. Über das Bereicherungsstreben hinaus werden sie von einem Gefühl der Unbesiegbarkeit getrieben. Diese beiden Killer stehen unter dem Befehl eines Anführers, der in seiner Mordgier noch extremer ist.

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Der Anführer ist schießwütig und kaltblütig. Er ist sehr wahrscheinlich derjenige, der seine Morde mit seiner Handschrift signiert, indem er seine Opfer mit einem Schuss hinter das Ohr tötet.

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Diesem Anführer schreibt die Profilerin die Ermordung

zu.

Von dem Anführer entwirft die Fallanalytikerin Zucker das folgende Psychogramm:

Ein Mann, vermutlich mindestens 40 Jahre alt oder älter, ungefähr 1,70 m groß, untersetzt und hat gräuliche Haare. Er stammt aus einem niedrigen Sozialmilieu. Er verfügt über eine Intelligenz im mittleren Bereich, möglicherweise bis oberes Mittel. Er hat einen Hauptschulabschluss, eventuell eine mittlere Schulbildung. Seinem Charakter nach hat er eine hedonistische Lebensauffassung. Seine Interessen drehen sich um schöne Autos, Frauen, Glücksspiele, Feiern, Drogen, Alkohol. Zum Zeitpunkt der Tat hat er seinen Wohnsitz innerhalb eines Umkreises von 2,5 km um den Brüsseler Stadtteil Ixelles.

Er hat Vorstrafen und saß schon im Gefängnis. Die Taten, für die er verurteilt wurde, könnten aus dem Bereich eheliche Gewalt, Betäubungsmittelkriminalität, Autodiebstahl und –raub, Überfälle und sehr wahrscheinlich Tötungsdelikte stammen. Der Anführer ist eine psychopathisch-narzisstische Persönlichkeit, kalt, zur Empathie unfähig, gewalttätig, manipulativ, einzelgängerisch und nimmt übertriebene Risiken in Kauf. Er ist das Alphatier der Gruppe.

In welchen Bereichen könnte die Suche nach Mitgliedern der Bande ansetzen? Die Fallanalytikerin identifiziert zwei Domänen, die aus der Akte hervorstechen: Autodiebstahl und –hehlerei sowie das Restaurant- und Gastronomiegewerbe.

Mit diesen beiden Milieus unterhalten die Täter sehr enge Bindungen und arbeiten möglicherweise in diesen Branchen. Viele Indizien und Anhaltspunkte in der Ermittlungsakte legen Verbindungen zwischen verschiedenen Protagonisten in der Akte einerseits (Opfer, Verdächtige, Zeugen) und Autohäusern und Werkstätten sowie Restaurants nahe.

Die Auswertung des Aktenmaterials erbringt konkrete Anhaltspunkte für die Beteiligung von zwei konkret bezeichneten Personen an den Taten, von denen der eine Verdächtige in einer Werkstatt oder Autohaus arbeitete und der andere in der Küche eines Restaurants.

Der erste Verdächtigte ist ein Spanier, der in Akte mit dem Pseudonym „Alfonso“ bezeichnet wird. Er ist wegen Diebstahls vorbestraft und ein Spezialist im Umgang mit Schweißgeräten und Schneidbrennern. „Alfonso“ ist ein Knotenpunkt, bei dem drei Fäden aus der Akte zusammenlaufen: zwei Autodiebstähle und der Einbruch und Doppelmord in Nivelles im September 1983.

Die Schweizer Spur

Die wichtigste Person ist jedoch ein gewisser „Eddy“, ein Belgier. Im Jahr 1982 war er 18 Jahre alt und wohnte in Lembeek, einem Vorort südlich von Brüssel. Er arbeitete damals als Koch. Ein Detail, das Bedeutung haben könnten, weil bei der Ermordung des Hauswirtschafters José Van den Eynde in Beersel ungewöhnliche Küchenutensilien gestohlen werden. „Eddy“ kannte das Restaurant „Auberge des Chevaliers“ gut, denn seine Schwester hat dort zwischen 1981 und 1982 als Putzfrau gearbeitet.

Mit 18 Jahren hatte „Eddy“ bereits ein ungewöhnlich schweres Strafregister: Gebrauch von Betäubungsmitteln, Einbruch, Gewalttaten, Körperverletzungen, Bedrohung, Vergewaltigung.

Die schwerwiegenden Taten und das junge Alter deuten auf eine antisoziale Persönlichkeit mit einem psychopathischen Profil hin. Seine Mutter und seine damalige Freundin bestätigten im Nachhinein seine Gewaltausbrüche und seine Gefühlskälte.

Interessant ist auch, dass sich unter seinen Vorstrafen auch ein Angriff auf einen Taxifahrer auf der Strecke zwischen Beersel und Mons mit einem Messer findet. In Mons wurde der Taxifahrer Constantin Angelou im Januar 1983 mit einem Kopfschuss im Kofferraum seines Taxis aufgefunden. Er wurde mit derselben Waffe ermordet wie der Hausmeister José Van den Eynde im Restaurant in Beersel.

Nach Auffassung der Profilerin besteht absolute Gewissheit, dass „Eddy“ vor Ort war, als José Van den Eynde ermordet wurde. Wenn er kein Mittäter am Mord war, so war er ihrer Meinung nach mindestens eine Kontaktperson oder Gehilfe der Mörder. Auffällig sei auch, dass der Verdächtige ist am Tag nach der Ermordung des Hausmeister verschwunden ist.

„Eddy“ hat Belgien 1988 für immer verlassen und ist nie mehr zurückgekehrt. Wohin er gegangen ist, bleibt an vielen Stellen im Dunkeln. Später ist er in der Schweiz wiederaufgetaucht, wo er auch heute noch lebt. Danièle Zucker hat ihn dort gemeinsam mit einem Ermittler aufgesucht und befragt.

Nachspiel

Die Justiz hat sich für das Gutachten nicht besonders interessiert. Nach Einreichung der Analyse im Jahr 2010 ist nichts geschehen. Die Untersuchungsrichterin hat die Täterprofilanalyse in der Ausbeute was den Aufwand an Zeit und Geld gemessen am Ergebnis für recht mager befunden. Folglich unterblieb auch eine Untersuchung der zweiten Welle von 1985. Keiner der Vorschläge und Empfehlungen, die Ermittlungen neu aufzunehmen oder zu vertiefen, wurde aufgegriffen.

Das von Danièle Zucker gezeichnete Täterprofil ist ziemlich weit entfernt von den abenteuerlichen Szenarien, die eine großangelegte Verschwörung von Geheimdiensten, rechtsextreme Milizionären, Gangstern und Terroristen gegen den belgischen Staat zusammenphantasieren. Doch führt die Täterprofilanalyse tatsächlich zur Identifikation der Killer ohne Gesicht?

Die Hoffnung schwindet mit jedem Tag.

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2 Antworten zu Wettlauf gegen die Zeit

  1. aron2201sperber schreibt:

    ich habe mich viel mit Gladio und der angeblichen Strategie der Spannung beschäftigt.

    obwohl in Italien seitens der Justiz ein großer Wille da war, eine solche Verschwörung aufzudecken, hat man so gut wie nichts gefunden.

    tatsächlich hätte auch lediglich der Anschlag von Dezember 69 in das Schema gepasst – danach waren ja alle unaufgeklärten Anschläge „rechts“ bzw. „Teil der Strategie der Spannung“ und somit nicht zum Nachteil der Linken.

    der Anschlag von 69 dürfte wohl ein Unfall gewesen sein, zumal die Bombe nach Dienstschluss explodierte. Die Bank war allerdings noch wegen einer Auszahlung von landwirtschaftlichen Förderungen noch voll.

    ohne die Toten wäre es relativ klar gewesen – gegenüber der Bank wurde wenige Monate ein besetztes Haus geräumt, die Bombe die fast logische Rache der Anarchisten.

    einen Tag nach dem Anschlag kamen übrigens Baader und Enslin aus Rom und waren bei Feltrinelli.

    Feltrinelli stand auch mit den Anarchisten in Kontakt und förderte alles, was zur Entstehung der von ihm herbeigesehnten „Revolutionären Situation“ hätte beitragen können.

    darunter sardische Banditen, Rechtsradikale und natürlich das gesamte linke Spektrum.

    zum Vietnam-Kongress in Berlin hatte er einen Kofferraum voll Dynamitstangen mitgebracht.

    • benwaylab.com schreibt:

      Ich glaube auch, dass Gladio im Prinzip ein großer Schwindel ist. Womit ich nicht sagen will, dass es keine Bestrebungen gab, ein solches Netzwerk aufzubauen. In den meisten europäischen Ländern ist das aber über Planungen oder ein gewisses Amateurstadium nie hinausgekommen.
      Die Leute, die bei jedem unaufgeklärten Attentat Gladio beschuldigen, sind in den meisten Fällen Obskurantisten, die ihre geliebten Verschwörungstheorien gerne mit einer Prise antiamerikanischem/antiwestlichen Ressentiment würzen.
      Führt das jedoch zur Aufklärung der Anschläge? Ich meine nein.

      In Italien war, soweit ich weiß, die Situation aber etwas anders. Da waren die Stay-Behind-Strukturen doch etwas elaborierter, weil Italien über Jahrzehnte hinweg eine sehr starke Kommunistische Partei hatte, stärker als in allen andern europäischen Ländern, so dass das Szenario einer kommunistischen Machtübernahme mitten in der EG kein totales Hirngespinst war.
      Dennoch bin ich äußerst skeptisch gegenüber den doch sehr einfachen Erklärungsmustern zur „Strategie der Spannung“. Wie gesagt: es fehlen einfach handfeste Beweise und alles andere lasse ich nicht gelten.

      In dem geschilderten Fall in Belgien halte ich die Gladio-Spur für Humbug.
      Aber es gibt ein wirklich mysteriöses Detail: zwischen den beiden Angriffswellen, verübte eine Terrororganisation, die sich CCC nannte (Cellules Communistes Combattantes) Anschläge auf NATO-Stützpunke, Pipelines und Banken. Diese Gruppierung tauchte ausschließlich in der Ruhephase der Mörder von Brabant auf und danach nie wieder.
      Ich habe im Augenblick nicht im Kopf, ob diese Anschläge aufgeklärt wurden.
      Hängen diese Attentate mit den Mördern von Brabant zusammen? Keine Ahnung und – wie in Italien – ist es der unterirdischen Ermittlungsarbeit zu verdanken, dass wir die Hintergründe vielleicht nie erfahren werden.

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