In der Praxis von Doktor Satan

Die deutsche Besatzung Frankreichs während des Zweiten Weltkriegs hat einer Vielzahl von Psychopathen und Kriminellen Macht und Einfluss verschafft, die unter normalen Umständen das randständige Schattendasein geführt hätten, das solchen Kreaturen üblicherweise vorbehalten ist.

Sinnigerweise rekrutierten sich beispielsweise die Handlanger der französischen Gestapo, der sogenannten „Carlingue“, fast ausschließlich aus der französischen Unterwelt.

Eine lose Artikelfolge wird sich mit einigen dieser Zeitgenossen beschäftigen.

Von all den seltsamen Gestalten, die diese dunkle Epoche hervorgebracht hat, ist der Arzt Dr. Marcel Petiot mit Sicherheit eine der bizarrsten.

Doktor Marcel Petiot

Das Horrorhaus in der Rue Le Sueur

Paris 11. März 1944. Die kurze Straße, die in der Nähe des Arc de Triomphe gelegen und nach einem Barockmaler benannt ist, wird seit einem Tag von einem dichten, übelriechenden, schwarzen Rauch verpestet, der aus den Schornsteinen der Nr. 21 quillt. Einem äußerlich verlassenen, etwas heruntergekommen wirkenden „hôtel particulier“.

Die Anwohner, des Gestanks überdrüssig, rufen die Feuerwehr an. Sie fürchten auch einen Hausbrand, der auf die anderen Wohnhäuser in der Straße übergreifen könnte.

Das Haus ist unbewohnt, niemand öffnet auf das Klingeln.

Die Feuerwehrmänner brechen das Eingangstor auf und machen sich auf Suche nach dem Brandherd. Einige Minuten später wanken sie bleich und grünlich im Gesicht wieder auf die Straße. Einer lehnt sich an die Hauswand und übergibt sich auf den Boden. Die Polizei erscheint und ruft aus einem Lebensmittelgeschäft den Eigentümer des Hauses an, einen Arzt namens Marcel Petiot.

Eine Menschenmenge hat sich nun vor dem Eingangstor versammelt.

In die Menge drängelt sich ein Mann, der ein Fahrrad neben sich herschiebt und von dem den Schaulustigen nur seine stechenden Augen in Erinnerung bleiben.

Er wendet sich an einen Polizisten, der den Eingang sichert, mit der Frage, was vorgefallen sei. Einen Haufen Leichen habe man im Keller gefunden, lautet die Antwort. Wer der Frager sei. „Ich bin der Bruder des Eigentümers“, antwortet der Mann mit den stechenden Augen. „Sind Sie ein wahrer Patriot? Kann ich mich auf Sie verlassen?“, fragt er nun seinerseits, was der Polizist stolz bejaht. „Dort unten liegen die Leichen von Verrätern und Kollaborateuren“, zieht der mysteriöse Mann den Polizisten ins Vertrauen. „Sie müssen Stillschweigen bewahren, bevor die „Boches“ anmarschieren“, schärft er dem Schutzmann ein, schwingt sich auf sein Fahrrad und verschwindet.

Doktor Petiot hat wieder einmal sein manipulatives Talent spielen lassen. Und er hatte Erfolg.

Die Kriminalpolizei in Gestalt des berühmten Kommissars Georges Massu und seiner Gehilfen erscheint und inspiziert den Ort des Verbrechens. Dieser liegt im Hinterhof, genauer gesagt im Heizkeller. In einer Grube liegt eine nicht auf Anhieb bezifferbare Anzahl von zersägten Leichen in unterschiedlichem Verwesungszustand, teilweise von einer Schicht aus ungelöschtem Kalk bedeckt. Zersägte Körperteile liegen auf dem Boden des Kellers und in einer Feuerungsanlage der Zentralheizung. Aus der Öffnung der Heizungsanlage ragt ein Arm.

Der Anblick lässt allen Anwesenden das Blut in den Adern gefrieren.

Die übrigen Räume des Hauses werden in Augenschein genommen. Das Vorderhaus scheint seit längerer Zeit unbewohnt zu sein. Es gibt dort kaum persönliche Gegenstände, die Möbel sehen zusammengewürfelt aus und sind mit Laken bedeckt.

Im Hinterhaus befindet sich neben der Garage im Erdgeschoss eine Art improvisiertes Konsultationszimmer mit einem Schreibtisch und einem Arzneimittelschrank. Direkt daneben, durch einen kurzen Gang getrennt, ein merkwürdiges winziges dreieckiges Zimmer. Die Zugangstür hat an der Innenseite keine Klinke. An der gegenüberliegenden Wand befindet sich eine Türatrappe, die auf eine gemauerte Wand öffnet. Direkt neben dem Rahmen der falschen Tür ist ein Klingelknopf, der jedoch inaktiv ist. An der Wand, die zum Korridor weist, befindet sich in etwa zwei Meter Höhe ein Spion, mit dem man ins Innere des Zimmers spähen kann.

The inside of the doctors house.

Die Ermittler können sich auf all das zunächst keinen Reim machen. Die vordringliche Aufgabe besteht darin, die Opfer zu bergen und sie zu identifizieren. Und vor allem den Mörder zu finden, der sie getötet hat.

Doch der ist untergetaucht.

Die Anfänge

Im Nachhinein stellt sich immer die Frage, ob jemand schon als amoralischer, perverser, sadistischer Psychopath auf die Welt kommt.

Marcel Petiot wird 1897 in Auxerre, im Département Yonne, geboren.

Schon als Knabe ist er auffällig. Er quält Haustiere und fällt schon in sehr jungen Jahren mit Lügen und Diebstählen auf, unter anderem bricht er in seinem Stadtviertel alle Briefkästen auf und stiehlt die Post. Um die Geheimnisse der Einwohner zu kennen, wie er später vor der Polizei erklärt.

Als Heranwachsender ist düster, ungesellig und sonderbar, aber alle Lehrer attestieren ihm eine große Intelligenz und Schläue. Sein unverbesserlicher Hang zur Kleptomanie beschert ihm Rausschmisse von der Schule.

Im August 1914 bricht die große Katastrophe über Europa herein. Marcel Petiot verpflichtet sich 1916 und tritt in das 89. Infanterieregiment in Sens ein. Er lernt den Grabenkrieg kennen und wird am Fuß verwundet.

Im Lazarett hat er sehr schnell den Ruf weg, es mit fremdem Eigentum nicht so genau zu nehmen. Petiot hat es nicht eilig, das Lazarett zu verlassen, auch nachdem seine Fußverletzung ausgeheilt ist. Verständlicherweise ist es dort angenehmer, als im Schützengraben auf den Tod zu warten.

Es gelingt ihm, bis zum Ende des Krieges einem weiteren Fronteinsatz zu entgehen. Mit Ende des Krieges wird er als nervenkrank und damit wehruntauglich ausgemustert.

Er beginnt ein Medizinstudium, das er in auffällig kurzer Zeit absolviert. 1921 erhält er bereits seine Approbation als Arzt und eröffnet eine Praxis als Allgemeinmediziner im Städtchen Villeneuve-sur-Yonne.

Der französische Staat unterstützte Wiedereingliederungsbemühungen von Veteranen, wohl auch aus schlechtem Gewissen gegenüber den armen Frontschweinen, die vier Jahre lang im großen Schlachthaus unmenschlich gelitten hatten, und zeigte sich bei der Anerkennung von Leistungen eher großzügig. Auch Petiot profitiert davon, obwohl sein Gastspiel an der Front vergleichsweise kurz war.

Dennoch verblüfft die Rekordzeit, in der er sein Studium absolviert hat. Nicht wenige vermuteten im Nachhinein, angesichts seines zu Betrügereien neigenden, manipulativen Charakters, dass so einiges bei seinem Studium nicht mit rechten Dingen zuging, auch wenn man ihm Hochstapelei nicht nachweisen konnte.

Petiot ist nicht nur Allgemeinmediziner, sondern auch Durchgangsarzt für die Arbeiter und als solcher für großzügige Krankschreibungen bekannt und bei der Bevölkerung geschätzt und beliebt.

Merkwürdiges Ereignis: im Jahr 1924 verschwindet seine Haushälterin Louisette auf Nimmerwiedersehen, ohne dass ein Anlass oder Grund hierfür erkennbar gewesen wäre.

Petiot wird 1930 zum Bürgermeister von Villeneuve gewählt. Seinen kriminellen Hang kann er aber nicht unter Kontrolle bringen. Sehen die Mitbürger und seine Amtskollegen zunächst über kleinen Unregelmäßikeiten hinweg, brauen sich die Missetaten (Unterschlagungen, Veruntreuungen, illegales Abzapfen von Elektrizität) zu einer kritischen Masse zusammen, die ihn als Bürgermeister unmöglich machen.

Paris

1931 verschwindet er klammheimlich nach Paris und eröffnet unter großem Pomp und unter Anpreisung dubioser Quacksalbermethoden eine Arztpraxis in der Rue Caumartin, die er einem Arzt abkauft, der in Rente geht.

Im Ermittlungsverfahren wird nicht ganz klar, wie er konkret seinen Beruf ausübt. Er hat zwar Sprechstunden, aber sehr häufig ist er nicht in seiner Praxis. Unter dem Vorwand, Hausbesuche zu absolvieren, absentiert er sich für große Teile des Tages.

Er verbringt sehr viel Zeit in Auktionshäusern, wo er zahlreiche Möbel und Kunstgegenstände ersteigert. Woher hat er das Geld hierfür?

Er schottet seine Aktivitäten auch gegenüber seiner Frau ab, zumindest beschwört sie das später. Was er tagsüber so treibt, wieviel Geld er verdient: sie hat davon keine Ahnung.

Das Mordermittlungsverfahren wird bei den Nachforschungen zu den Opfern herausfinden, dass ein nicht unerheblicher Teil von Petiots Patienten Rauschgiftsüchtige waren.

Kundschaft ganz nach Petiots Geschmack: lichtscheue Gestalten, die ungern in Wartezimmern sitzen, die dringend ihren Stoff brauchen und denen man für saftige Preise das begehrte Privatrezept für Kokain oder Morphium ausstellt.

Hier gerät er erneut mit dem Gesetz in Konflikt und ins Fadenkreuz der Polizei, die ihn des unerlaubten Handels mit Betäubungsmitteln verdächtigt. Petiot kann jedoch Verurteilungen vorerst abwenden.

1940 bricht wieder das Unglück über Frankreich herein, als Deutschland das Land überfällt.

Petiot wird nicht eingezogen. Er ist ja 1919 wegen seiner kriegsbedingten Neurasthenie und Nervenkrankheit als untauglich aus der Armee ausgeschieden.

Der Einmarsch der Wehrmacht und der schmachvolle Zusammenbruch der französischen Armee innerhalb kürzester Zeit führen zu einem unbeschreiblichen Chaos. Die Männer sind entweder in Gefangenschaft oder auf der Flucht.

1941 erwirbt Petiot das Herrenhaus in der Rue Le Sueur Nr. 21, das sich zuvor im Eigentum des Fürsten von Colloredo-Mansfeld befand. Mit welchem Geld? Niemand weiß es.

Argentinien

Etwa zu diesem Zeitpunkt muss in ihm auch die Idee für seinen so brillanten wie diabolischen Plan gereift sein. Es ist sogar nicht abwegig anzunehmen, dass er das Haus erst zur Verwirklichung seines Vorhabens erworben hat.

Er hat die neuen Gesetze der deutschen Besatzungsmacht registriert. Er hat die Gefahr gesehen, in der insbesondere die jüdischen Bürger schwebten, die teilweise nur wenige Jahre zuvor aus Deutschland nach Frankreich geflohen waren.

Was liegt für einen fürsorglichen Arzt näher, als den Bedrängten eine Fluchtroute nach Argentinien vorzuspiegeln und auch gleich noch die Impfungen gegen die Tropenkrankheiten anzubieten? Da sie offiziell ausgereist sind, wird ihr Verschwinden niemanden beunruhigen.

Petiots erstes Opfer – jedenfalls das erste, das die Polizei ihm zuordnen konnte – ist ein Nachbar aus der Rue Caumartin, Joachim Guschinow, seines Zeichens wohlhabender jüdischer Pelzhändler und Kürschner aus Polen.

Ende 1941 wendet er sich an den guten Arzt, um ihm seine Sorgen vor der drohenden Deportation anzuvertrauen. Seit dem Herbst 1940 muss er gezwungenermaßen ein Schild mit der Aufschrift „Entreprise juive – Jüdisches Geschäft“ in seinem Schaufenster aufstellen. Der weiteren Entwicklung der Ereignisse blickt er mit Sorge entgegen.

Doktor Petiot teilt seine Befürchtungen und stimmt mit ihm überein, dass es besser sei, Frankreich zu verlassen, das für Juden immer gefährlicher werde. Zufälligerweise stehe er aber in Verbindung mit einem Exfiltrationsnetzwerk, das gefährdete Personen außer Landes bringe.

Für die Bescheidene Summe von 25.000 Francs könne er, Petiot, ihm helfen mit dem Netzwerk in Kontakt zu treten und nach Argentinien auszureisen. Der Kürschner zögert mehrere Monate, doch Petiot gaukelt ihm immer wieder die problemlose Flucht und sein neues Leben in Buenos Aires vor.

Die Männer kommen ins Geschäft.

Petiot weist den Pelzhändler an, möglichst viele einfach zu transportierende Wertsachen auf seine Reise mitzunehmen. Es sei nicht einfach, in Argentinien ein neues Leben zu beginnen. Man müsse für alle möglichen Visen und Stempel bezahlen, Beamte schmieren und auch eine anfängliche Durststrecke überwinden. Deshalb sei eine große Summe Bargeld notwendig. Als Startkapital. Auch solle er einige Pelzmäntel mitnehmen, damit er sein Können und seinen Beruf in Argentinien gleich mit Anschauungsmaterial unter Beweis stellen könne.

Am 2. Januar 1942 treffen sie sich in der Nähe der angeblich klandestinen Praxis in der Rue Le Sueur. Guschinow hat seinen gesamten Warenbestand verkauft und 2 Millionen Francs in bar bei sich, zusammen mit ein paar schönen Stücken aus seinem Geschäft.

Guschinow verschwindet. Doch er wird vermisst, und zwar von seiner Ehefrau, die gemäß einer Abmachung, in Paris geblieben war und erst nachkommen sollte, wenn ihr Mann sicher in Argentinien angekommen wäre.

Als sie nach einer Weile keine Nachricht erhält, fragt sie bei Doktor Petiot nach. Der vertröstet sie, hält sie hin. Irgendwann zeigt er ihr Briefe ihres Mannes aus Argentinien. Frau Guschinow ist durcheinander. Die Schrift ähnelt der ihres Mannes, aber sehr krakelig und fahrig, so als habe er unter Zwang oder dem Einfluss einer Droge geschrieben, beschreibt sie es später vor Gericht. War es eigentlich wirklich seine Schrift? Sie lehnt Petiots Angebot ab, sie ebenfalls außer Landes zu bringen. Und das Verschwinden ihres Mannes kann sie aus begreiflichen Gründen nicht der Polizei melden. Petiot kann weitermachen.

Weitere Opfer

Zu Beginn des Jahres 1942 hat Petiot einigen Ungemach mit seinen rauschgiftsüchtigen Kunden.

Petiot ist wieder in das Fadenkreuz der Polizei geraten, weil er einer gewissen Jeannette Gaul, die kokainsüchtig ist und vom ältesten Gewerbe der Welt lebt, großzügig Rezepte ausgestellt hat. Um ihren Konsum zu befriedigen hat sie Petiot gebeten, auch Rezepte auf den Namen ihres Partners Jean-Marc Bever auszustellen. Dieser wird vom Rauschgiftdezernat geschnappt und sagt vor der Polizei aus. Eine brenzlige Situation für Petiot, der vor der Polizei alles abstreitet. Im Mai wird er zu einer Geldstrafe von 10.000 Francs verurteilt. Seine Kundin erhält eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten. Das Urteil gegen ihren Freund, ein Jahr Gefängnis, ergeht ihn Abwesenheit. Jean-Marc Bever ist nämlich verschwunden und taucht nie wieder auf.

Zur selben Zeit hat Petiot Probleme mit einer anderen Kundin. Die Prostituierte Raymonde Baudet sitzt im Gefängnis La Roquette und packt im Entzug über die zahlreichen Heroinrezepte aus. Sehr ungünstig ist, dass Petiot, nach Aussage der Frau, auch welche auf den Namen ihrer Mutter, einer gewissen Marthe Khayt, für sie ausgestellt habe.

Die Mutter hatte zunächst eingewilligt vor Gericht die Rezepte auf sich zu nehmen, um ihrer Tochter zu helfen. Petiot hatte sie schon so weit bequatscht, dass sie sich von ihm Einstichstellen zufügen ließ, um glaubwürdig eine Heroinsucht darstellen zu können. Sie hatte ihre Meinung geändert und wollte nun doch nicht mehr die Komödie vor Gericht spielen. Sie ließ das Essen auf dem Herd stehen, um einen kurzen Sprung in seine Praxis zu machen und ihm ihre Entscheidung mitzuteilen. Sie kehrte nie zurück.

Einen Tag später fand ihr Ehemann eine Karte mit der lapidaren Botschaft, sie sei zum Wohle ihrer Tochter in den (damals noch) freien Teil Frankreichs im Süden gegangen. Er bekomme baldmöglich Nachricht von ihr und solle ihr folgen.

Petiot hat erneut Glück. Er wird wieder zu einer Geldstrafe von 10.000 Francs und einem Jahr Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Dem Verschwinden von Madame Khayt wird nicht weiter nachgeforscht. In diesen unruhigen Zeiten verschwinden so viele Leute.

Auf diese Weise verschwinden insgesamt 27 Personen unter ungeklärten Umständen: der jüdische Arzt Paul-Léon Braunberger, die jüdischen Familien Woolf, Basch und Kneller, letztere waren nur wenige Jahre zuvor aus Deutschland geflohen, mit ihrem achtjährigen Sohn René sowie einige Gangster und Zuhälter samt ihrer Mätressen, denen der Boden in Paris zu heiß wurde.

Doktor „Eugène“

Um weitere Ausreisekandidaten zu ködern lässt er von Handlangern verbreiten, ein Résistancenetzwerk um einen geheimnisvollen „Docteur Eugène“ bringe fluchtwillige Personen gegen Geld außer Landes.

Dies ist der Punkt, an dem sein Unternehmen eine abenteuerliche und surreale Wendung nimmt.

Wer nämlich auch davon Wind bekommt, ist die deutsche Gestapo und die nimmt Anstoß daran, wenn Juden aus ihrem Machtbereich geschleust werden. Denn den Rädchen im Getriebe der deutschen Mordmaschine, all den großen, mittleren und kleinen Himmlers, Heydrichs und Brunners reicht es nicht aus, dass die Juden aus Deutschland flüchten, es ist auch nicht genug, dass sie vom europäischen Kontinent verschwinden. Nein, sie müssen vorschriftsmäßig der deutschen Vernichtungsmaschinerie zugeführt werden.

Was sie freilich nicht ahnen, ist, dass Petiot seine „Kunden“ keineswegs außer Landes, sondern in die Grube bringt.

Gleich zwei Dienste versuchen den mysteriösen „Docteur Eugène“ zu identifizieren und ihm das Handwerk zu legen: die Gestapo-Kommissare Hauptsturmführer Friedrich Berger und der geheimnisumwitterte Kommissar Robert Jodkum.

Robert Jodkum ist es, der mit einer klassischen List Erfolg haben wird: er schleust einen Maulwurf in das vermeintliche Netzwerk ein. Hierzu hat er sich einen besonders perfiden Schachzug erdacht. Der Lockvogel muss so glaubwürdig wie möglich sein, deshalb wählt er einen jüdischen Häftling, den wohlhabenden Kaufmann Yvan Dreyfus aus, der in Compiègne auf seinen Abtransport in die Konzentrationslager im Osten wartet. Gegen die Summe von 3,5 Millionen Francs, die die Gestapo im abpresst, schlagen sie ihm vor, das Netzwerk des mysteriösen „Eugène“ aufzudecken. Sollte dieser enttarnt werden, erhalte der die Freiheit.

Dreyfus willigt ein und nimmt Kontakt mit Petiots Kundenfängern auf. Sie führen ihn zu dem falschen Reiseunternehmer. Dreyfus, der wie seine Genossen im Unglück zahlreiche Wertsachen mit sich führte, verschwindet.

Durch ein merkwürdiges Zusammentreffen der Umstände verlieren die Gestapo-Beschatter allerdings den Doktor mit dem Spitzel aus den Augen. Sie haben nur seine Handlager, die sie umgehend durch die Mangel drehen. Schnell haben sie auch Petiot, der am 22. Mai 1943 von der Gestapo ins Gefängnis von Fresnes gesteckt wird.

Mit ihren Foltermethoden versuchen die Deutschen aus Petiot herauszuprügeln, wie groß das Netzwerk ist, wer dessen Kopf sei, wie viele Personen außer Landes geschmuggelt worden seien.

Erstaunlich: Petiot hält unter den Folterungen tapfer stand. Er lässt die Schläge, die Elektroschocks, das stundenlange Aufhängen an Gliedmaßen, das simulierte Ertränken in der Badewanne und andere barbarische Methoden stoisch über sich ergehen. Seine einzige Antwort auf die Fragen lautet: er habe keine Ahnung, er habe die fluchtwilligen Personen an ein anders Mitglied des Netzwerks, einen gewissen Martinetti, übergeben. Mehr wisse er nicht.

Nach einem Dreivierteljahr sehen die Gestapisten ein, dass sie aus Petiot nichts herausbekommen werden und setzen ihn am 13. Januar 1944 auf freien Fuß.

Petiot befindet sich jetzt in einer äußerst riskanten Situation. Er muss damit rechnen, dass die Gestapo, die unbegreiflicherweise das Haus in der Rue Le Sueur nicht entdeckt hatte, ihn weiter im Auge behält. In seinem geheimen Haus stapeln sich Kadaver in unterschiedlichen Verwesungszuständen. Nicht nur ist es ein grauenhafter Anblick, er muss die Leichen unbedingt verschwinden lassen, da es nur eine Frage der Zeit ist, bis die Deutschen seine kleine Zweitpraxis entdecken und herausfinden, was dort wirklich gespielt wird.

Petiot kauft große Mengen ungelöschten Kalks und bedeckt damit die Leichen in der Grube unter dem Haus in der Rue Le Sueur. Als der Zersetzungsprozess viel zu lange auf sich warten lässt, entschließt sich Petiot die Leichen zu verbrennen.

Damit hatte Petiot, der sich in seinem kriminellen Leben immer auf seine Fortune und seine Dreistigkeit verlassen hat, überreizt. Der fette, ekelerregende schwarze Rauch hat ihn verraten und die Feuerwehrleute zu der morbiden Nekropole im Hinterhaus geführt.

Doch einstweilen ist der verschwunden. Die Polizei hat keine Spur von ihm.

Nur die Sensationspresse jubiliert angesichts des Ereignisses, das noch viele Tage und Wochen ihre Seiten füllen wird. Die Journalisten überbieten sich in „grandguignolesquen“ Bezeichnungen für den mörderischen Arzt und nennen ihn „Docteur Satan“. Eine Zeitung stellt, mit dem Näherrücken der Befreiung schon etwas vorwitziger, eine Verbindung zu den Verbrechen der Deutschen her: „Ein kleines Auschwitz mitten in Paris!“

Petiot, der Résistance-Kämpfer

Seit dem Verschwinden von Petiot überschlagen sich die Ereignisse jäh. Im Juni 1944 landen die Alliierten in der Normandie. Die Besatzer geraten in die Defensive. General De Gaulle marschiert auf Paris. Nach schweren und verlustreichen Gefechten gelingt es den FFI (Forces françaises de l’intérieur) die Deutschen im August aus der Hauptstadt zu vertreiben. Paris ist frei!

Doch wo ist Petiot abgeblieben?

Mit seinem kriminellen Verstand hat er sofort die neue Situation erfasst und begonnen, sie für sich zu nutzen. Als erstes benötigt er dringend eine neue Identität.

Er erhält sie, indem er unter dem Vorwand, für das Internationale Rote Kreuz, die Freilassung eines Arztkollegen aus dem KZ Mauthausen zu organisieren, bei dessen Familie um seine Ausweispapiere bittet. Aus Marcel Petiot ist nun Henry Wetterwald geworden.

Unter seiner neuen Identität treibt er die Dreistigkeit auf Spitze, indem er in die Résistance und die FFI eintritt und unter seinem Kampfnamen „Capitaine Valéry“ Verräter und Kollaborateure aufspürt und enttarnt. Seine Kameraden bescheinigen ihm später ein bemerkenswertes Talent, bei Verhören Kollaborateure zu überführen.

Die Kriminalpolizei unter Georges Massu ist ihrerseits instinktiv sicher, dass Petiot Paris nicht verlassen hat. Massu lockt ihn mit einer List aus der Reserve, indem er einen Artikel in einer Zeitung erscheinen lässt, in dem Petiot als Kollaborateur und „Soldat des Reichs“ verunglimpft wird.

Er spekuliert darauf, dass der narzisstische Petiot eine solche Beleidigung nicht auf sich sitzen lassen wird und behält recht. Petiot reicht eine handschriftliche Gegendarstellung ein, die den Ermittlern anhand eines Schriftgutachtens Gewissheit verschafft, dass Petiot den Brief geschrieben hat. Da die Zeitung außerhalb von Paris kaum vertrieben wird, wissen sie, dass Petiot in der Stadt ist.

Die Überwachung wird verschärft und am 31. Oktober 1944 wird Petiot an der Metrostation Saint-Mandé gefasst. Er hat sein Aussehen mit einem dichten Bart verändert. Bei sich trägt er einen Revolver Kaliber 6.35, zahlreiche verschiedene Ausweise, dazu Passierscheine und diverse Laisser-passer und – überraschend – einen Mitgliedsausweis der Kommunistischen Partei.

„Fly-Tox“

Wieder sitzt Petiot im Gefängnis und wird täglich dem Ermittlungsrichter vorgeführt.

Die Leichen im Keller seines Hauses erklärt er so: alle dort getöteten Personen seien entweder Wehrmachtssoldaten oder Kollaborateure. Er selbst habe sie jedoch nicht getötet, sondern die Mitglieder eines Résistance-Netzwerks mit dem Tarnnamen „Fly-Tox“ (Anm.: der Markenname eines Insektenvernichtungsmittels). Er habe zwar ebenfalls Verräter getötet, 63 an der Zahl, aber nicht in dem Haus in der Rue Le Sueur, sondern im Wald von Marly und dort vergraben.

In der Zwischenzeit hat die Polizei in seiner Heimatstadt Auxerre bei einer Familie zahlreiche Koffer mit Kleidungsstücken gefunden, die sie für die Habseligkeiten der Opfer hält.

Die Gegenstände werden öffentlich ausgestellt, doch auch hier hat sich Petiots kriminelle Intelligenz für ihn ausgezahlt, seinen Opfern einzuschärfen, aus Sicherheitsgründen alle Etiketten und Monogramme von den Kleidungsstücken zu entfernen.

Doch einige Stücke werden dennoch erkannt: Léon Braunbergers Hut, ein Kleid mit einem sehr charakteristischen Vogelmuster und ein Kinderpyjama mit den Initialen RK. Er gehörte mutmaßlich dem achtjährigen René Kneller.

Hiermit vom Richter konfrontiert gibt Petiot ausweichende Antworten: die Juden, insbesondere die aus Deutschland stammenden, seien Spitzel gewesen, mit denen die Deutschen das „Fly-Tox-Netzwerk“ unterwandern wollten, die Zuhälter und ihre Prostituierten nichts als Abschaum. Der Welt sei mit ihrer Auslöschung ein Gefallen getan worden.

Die Familie Kneller habe er über die Grenze in den freien Teil Frankreichs gebracht. Petiots Insistieren darauf, macht deutlich, wie sehr die Ermordung eines Achtjährigen Petiots Selbstbild als selbsternannten Saubermann stört.

Wenn ihm Widersprüche vorgehalten werden, wendet Petiot die Taktik an, mit der er sein Leben lang zuvor durchgekommen ist. Er stimmt endlose Monologe an, die weit vom Thema wegführen und versucht dadurch Verwirrung zu stiften.

Vor Gericht

Am 18. März 1946 beginnt der Prozess gegen den „Engel des Todes“. Ein spektakuläres Ereignis, das zum ersten Mal von Filmkameras begleitet wird.

https://www.ina.fr/video/AFE85001397

Die Öffentlichkeit ist zahlreich vorhanden. Petiot lässt sich vom damals berühmtesten Anwalt Frankreichs vertreten, René Floriot.

Er bleibt bei seiner Verteidigungsstrategie, dass er Résistance-Mitglied und Judenretter gewesen sei. Er habe nur Verräter und Kollaborateure getötet, aber nicht die in seinem Haus gefundenen Menschen.

Petiot vor Gericht

Als der Vorsitzende ihn um Details zu den anderen angeblich getöteten Kollaborateuren bittet, antwortet Petiot maliziös: „Warum sollte ich Angaben zu Taten machen, derer ich nicht angeklagt bin?“

Hatte Petiot am Anfang noch das Interesse des Publikums und sogar ein paar Lacher auf seiner Seite, kippt die Stimmung gegen ihn im Verlauf der Hauptverhandlung. In den Sitzungspausen verteilt er Autogramme an zahlreiche Verehrerinnen.

Ansonsten verhält er sich erratisch. Wenn er nicht gerade Zeugen oder gegnerische Anwälte beleidigt und beschimpft, döst er in der Anklagebank oder zeichnet Karikaturen der Prozessbeteiligten.

Affaire Petiot (le docteur Marcel Petiot aurait assassine 63 personnes en 1943-1944) : le docteur Marcel Petiot (1908-1946) lors de son proces en mars 1946 Neg20568 — Trial of french serial killer Marcel Petiot (1908-1946) in march 1946

Es bleibt trotz allem noch vieles im Unklaren.

Auch in der Hauptverhandlung konnten die Anzahl und die Identität seiner Opfer größtenteils nicht vollständig geklärt werden. Petiot kommt zugute, dass die verwesten und verbrannten Leichen mit den damaligen kriminologischen Methoden nicht identifiziert werden konnten. Auch weiß man nicht, wie Petiot sie umgebracht hat.

Zu Beginn der Ermittlungen hatte man wegen des kleinen Lochs neben der Tür zum dreieckigen Zimmer angenommen, er habe seine Opfer mit Gas getötet, dies dann aber angesichts der breiten Spalte unterhalb der Tür, die das Gas hätte entweichen lassen, verworfen. Die festgehaltene Hypothese war, dass Petiot seine Opfer mit einer Giftspritze unter dem Vorwand einer Impfung getötet hat.

Doch die weiteren Indizien wiegen schwer: die Koffer mit den Kleidern und Habseligkeiten. Petiot war immer der letzte gewesen, mit denen die Verschwundenen Kontakt hatten. Dass die Opfer keinen Wehrmachtssoldaten oder Gestapo-Kollaborateure waren, zeigte sich letztlich daran, dass die deutschen Besatzungsbehörden den Fall nach Auffinden der Leichen sofort an die Franzosen übergaben und keine eigenen Ermittlungen anstellten.

Vor allem aber die Ermordung des kleinen René Kneller wiegt schwer gegen Petiot.

Der letzte Tag der Verhandlung war gekommen, die Plädoyers waren gehalten. Nach langen Beratungen der Geschworenen tritt das Gericht wieder in den Gerichtssaal. Petiot steht aufrecht im Mantel in der Anklagebank. Die Züge seines Gesichts sehen abgespannt aus.

Petiot wird des Mordes in 26 Fällen schuldig gesprochen (eine Tat war ihm nicht nachzuweisen). Die Strafe ist der Tod durch Enthauptung.

Hinrichtung

Petiot unterliegt nun einem Sonderregime in seiner Zelle im Santé-Gefängnis. Die Klappe seiner Gefängnistür ist nun ständig offen. Er darf so viele Zigaretten erhalten, wie er möchte. Mit dem Wachpersonal unterhält er beste Beziehungen.

Der Tag der Vollstreckung rückt näher.

Problematisch ist, dass die Guillotine im Santé-Gefängnis durch einen Bombenangriff beschädigt war.

Kurzzeitig hatte man erwogen, Petiot durch ein Erschießungskommando hinrichten zu lassen, dies jedoch verworfen.

Nach den damaligen Usancen in Frankreich war das Erschießungskommando Verrätern und Kollaborateuren vorbehalten. Gewöhnliche Verbrecher („criminels de droit commun“), wie Petiot einer war, wurden seit jeher mit der Guillotine hingerichtet und so sollte es auch jetzt sein.

Es wurde daher eine „Feldguillotine“ beschafft, die zum Einsatz kam, wenn eine Hinrichtung in der Provinz stattfand.

Das Reglement will es, dass der Verurteilte nicht das Datum seiner Hinrichtung kennt, um ihm die quälende und peinigende Erwartung der Vollstreckung zu ersparen. Idealerweise soll der Delinquent am Tag der Hinrichtung aus dem Schlaf geweckt und auf das Kippbrett des Schafotts gelegt werden, noch bevor er vollständig zu Sinnen gekommen ist.

Maître Floriot, sein Anwalt, hatte jedoch dank seiner zahlreichen Kontakte ins Gericht, das Datum erfahren. Es ist der 25. Mai 1946. Die Ankündigung seines Anwalts scheint Petiot nicht weiter zu beeindrucken. Die Eintragung des Wärters vermerkt am Vorabend der Hinrichtung einen tiefen, wenn auch unruhigen Schlaf.

Am frühen Morgen des 25. Mai beginnt die Polizei um 2 Uhr morgens damit, die Straßen um das Gefängnis abzusperren.

Um 3 Uhr 30 ziehen Scharfrichter Desfourneaux und seine Gehilfen ihre Blaumänner an, um die Guillotine zusammenzubauen. Sie müssen leise arbeiten, um den Verurteilten und auch die anderen Gefangenen nicht zu wecken, die ein Tohuwabohu im Gefängnis veranstalten würden.

Um 4 Uhr 10 werden die Lichter im Gefängnishof gelöscht und der Weidenkorb neben das Kippbrett plaziert. Scharfrichter und Gehilfen ziehen ihre Arbeitskleidung an: schwarze Anzüge und Bowlerhüte.

Um 4 Uhr 20 erscheint das Gefolge, das der Hinrichtung beiwohnen wird: Petiots Anwalt Maître Floriot, die Präsidenten der Schutz- und der Kriminalpolizei, ein Vertreter des Appelationsgerichts, der Staatsanwalt, der Ermittlungsrichter, ein Rechtsmediziner, der in dem Verfahren die Opfer obduziert hatte und ein Urkundsbeamter.

4 Uhr 25. Der Tag bricht an.

4 Uhr 28. Maître Floriot weckt seinen Mandanten aus tiefem Schlaf, was eine unwirsche Reaktion hervorruft. Als er versteht, was nun bevorsteht, wahrt er die Contenance und nickt den Anwesenden mit einem knappen „Meine Herren…“ zu und kleidet sich an.

Ein anwesender Priester bietet ihm an, ihm die Beichte abzunehmen oder eine Messe zu halten, was der Verurteilte entschieden ablehnt: „Ich benötige Ihre Dienste nicht! Ich bin ein Ungläubiger!“

Auf dem Klapptisch schreibt er je einen Brief an seine Frau und seinen Sohn. Dem Staatsanwalt, der etwas blass um die Nase ist, ruft er zu: „Du hast es so gewollt!“

Der Priester bittet nochmals wenigstens seiner Frau zu Gefallen, eine Segnung vornehmen zu dürfen, was Petiot ungeduldig über sich ergehen lässt. „Ich will weder Rum noch Messe. Wie wäre es, wenn wir es nun hinter uns bringen?“

Vor dem Verlassen der Zelle küsst er nach französischer Sitte seinen Anwalt auf die Wangen und rät den anderen Anwesenden: „Meine Herren, sehen Sie nicht hin, es wird kein schöner Anblick!“

Auf dem Gang sind die Fenster zur Hofseite mit schwarzen Laken verhängt, um dem Delinquenten bis zum letzten Augenblick den Anblick der „Witwe“ zu ersparen.

Um 5 Uhr zeichnet Petiot seine Gefangenakte ab. In einem kleinen Raum werden die seit der „Terreur“ vorgeschriebenen Handgriffe ausgeführt: das Ausrasieren des Nackens, das Abschneiden des Hemdkragens.

Der anwesende Rechtsmediziner gibt sich von Petiots vollkommener Selbstbeherrschung beeindruckt. Seiner Erfahrung nach versuchen die meisten Verurteilten, auf dem Gang in den Tod in ihren letzten Augenblicken Haltung und Fassung zu bewahren, auch wenn man ihnen jedoch ihre Anspannung anmerkt. Nicht so Petiot. Er hatte den Anschein, als wäre er vollständig gelassen und würde sich auf den Weg zu seiner Praxis machen, um dort eine Routinekonsultation zu dispensieren.

Seine Hand- und Fußgelenke werden zusammengebunden. Den Rum hatte Petiot abgelehnt, die letzte Zigarette nimmt er an. Seine letzten Worte sind rätselhaft: „Ich bin ein Reisender, der sein Gepäck mitnimmt.“

Um 5 Uhr 05 fällt das Fallbeil.

Unmittelbar danach wird er auf dem Friedhof von Ivry im Feld für die Verurteilten begraben. Seine Frau durfte der Beisetzung nicht beiwohnen.

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2 Antworten zu In der Praxis von Doktor Satan

  1. Pingback: Prozess ohne den Hauptangeklagten |

  2. Studio Glumm schreibt:

    Als lichtscheue morphiumsüchtige Gestalt hätte ich damals gut beim Dr. landen können. Danken wir also dem Herren, dass ich Jahrzehnte später lebe.

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