Ich bin mal wieder mit meinen Artikeln im Rückstand. Zu viel zu tun.
Vor nunmehr drei Wochen ist Catherine Ringer, die überlebende Hälfte des Rock-Duos „Les Rita Mitsouko“ einem Krebsleiden erlegen.

Ihr Lebensgefährte und Bandkollege Fred Chichin war bereits 2007 verstorben. Offiziell an den Nachwirkungen einer Hepatitis, die er sich beim Blutspenden in Spanien in den 1970ern zugezogen hatte. Seltsame Erklärung. Ich habe da eher eine andere Krankheit im Verdacht, die man sich beim Benutzen gebrauchter Injektionsnadeln holen kann, aber sei’s drum.

„Les Rita Mitsouko“ war eine Band, die schon gleich, nachdem sie die Szene betreten hatte, mit ihrem neuen Sound in der betulichen französischen Musikszene für Aufsehen sorgte.

Catherine Ringer war eine schillernde Persönlichkeit. Die Tochter des polnisch-jüdischen Malers und Holocaust-Überlebenden Samuel Ringer war ziemlich frühreif und hat vor ihrer Musikkarriere einen Abstecher in der Pornoindustrie gemacht, woraus sie nie einen Hehl gemacht hat.
Es waren allerdings Pornos der harten Sorte mit Zwergen und Fäkalien, d.h. mit Kotessen. Den neugierigen Leser überlasse ich die weitere Recherche den Untiefen des Internets mit seinen zahlreichen Pornoseiten.
Im Grunde hat sie das „2 Girls 1 Cup“- Meme schon drei Jahrzehnte vorher durchgespielt, bevor es Gegenstand endloser Diskussionsstränge auf Reddit und Reaction-Videos wurde.
Catherine war eine schöne Frau und beeindruckende Persönlichkeit mit einem sehr starken Charakter und einer kraftvollen unverwechselbaren Stimme. Ihre Lieder wurden auch noch gerne auf Partys gespielt, lange nachdem die 80er Jahre vergangen waren.
Mein Freund Raphi, der Pechvogel in Liebesdingen, hörte immer gerne „Les histoires d’amour (finissent mal)“
Mein Lieblingsstück ist „Andy“, dem man die unzweifelhaften Einflüsse von Prince anhört.
Ghettos und Banlieues
Auf das zweite Thema bin ich durch einen Artikel in einer französischen Zeitung gestoßen, da ein deutscher Youtuber einen kleinen Skandal ausgelöst hat.
Die Sache mit seinem Youtube-Channel ist nämlich, dass sein Konzept darin besteht, in die übelsten Viertel der Städte dieser Welt zu reisen, mit den Kriminellen abzuhängen, sich von ihnen ihr Business erklären zu lassen und ihren beim Drogendealen und sonstigem illegalem Zeitvertreib zuzusehen und dabei zu filmen.
Ein Konzept, das ich an sich wirklich interessant finde. Vor allem, weil es – wie ich auf einem sehr viel bescheideneren Level feststellen musste – gar nicht mal so einfach ist mit solchen Leuten in Kontakt zu kommen und ihr Vertrauen zu erwerben.
Eine Vorliebe hat Lucky L 030 für Marseille. Ich finde es auch beeindruckent, dass er Französisch allein dadurch gelernt hat, indem er mit den Halunken in den Cités gequatscht hat.
Das Video, das den Skandal hervorgerufen hat, ist mittlerweile leider gelöscht. Es hat den Zorn der Politiker hervorgerufen, weil man sieht, wie die Drogendealer mit einer Kalaschnikow in einer Siedlung herumballern.
Die Gegend aus diesem Video hier kenne ich. Da verläuft nämlich der GR2013.
Ich kann mich noch gut an die Gebäude erinnern und an die kleinen Spähe, die davor standen und ihren Warnruf ausstießen, wenn ein Fremder vorbeikam.
Die Szene in dem Zigeunerviertel ist auch ein Genrebild der Absurdität.
Auch wenn der obligatorische Disclaimer vor jedem Video, sich von Drogen und Gewalt fernzuhalten, scheinheilig ist, finde ich den Channel ziemlich unterhaltsam.